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16.12.2020 |

Digitale Übertransformation in der Unternehmenskommunikation

 

 

«Die digitale Transformation verändert den Schweizer Markt immer schneller…» Mit solchen und ähnlichen Einstiegssätzen haben wir in den letzten Jahren Fachartikel für zahlreiche Kunden aus verschiedensten Branchen verfasst. Was sich Unternehmen bei der Kommunikation rund um die digitale Transformation bewusst sein sollten.

Wie sollen Unternehmen heute zum Thema digitale Transformation kommunizieren? Diese Frage stellen sich Kommunikations- und Marketingabteilungen in der ganzen Schweiz. Für eine Weile galt: Je mehr, desto besser. Es gehörte zum guten Ton, durch dieses Thema regelmässig aufzuzeigen, dass man innovativ und zukunftsorientiert ist. Nur: Die inflationäre Nutzung des Begriffs hat ihn zu einer leeren Worthülse verkommen lassen. Denn digitale Transformation kann mittlerweile von der Entsorgung des Fax-Geräts bis zur Nutzung von Smart Contracts auf der Blockchain fast alles bedeuten.

Entsprechend unglaubwürdig wirkt es heute, wenn Unternehmen jede ihrer Neuheiten der digitalen Transformation zuschreiben und dabei mit Buzzwords aus der Technologiewelt um sich werfen. Unternehmen, die sich glaubwürdig zum Thema digitale Transformation positionieren wollen, sollten deshalb folgende Punkte beachten.

Richtige Einordnung
Heute kann Vieles unter dem Deckmantel digitale Transformation kommuniziert werden. Wollen Unternehmen dabei glaubwürdig sein, sollten sie mindestens eine der folgenden Fragen mit «Ja» beantworten können:

  • Können wir uns mit dieser Ankündigung als digitaler Pionier in unserer Branche positionieren?

  • Geht es um ganz neue Technologien oder eine neue Art der Nutzung von Technologien?

  • Kommen Technologien zum Einsatz, die bisher in der Branche nicht zum Einsatz kamen?

  • Hat der Einsatz dieser neuen Technologie einen bedeutenden Einfluss auf unsere Kunden, Investoren oder Partner?

Der Mehrwert zählt
Erfüllt ein Thema die oben genannten Anforderungen und soll kommuniziert werden, geht es um die Gestaltung dieser Kommunikation. Viele Unternehmen tendieren dazu, zuerst auf die technischen Details wie etwa die Produktbeschreibung einzugehen. Der Grossteil des Publikums interessiert sich aber eigentlich vor allem für den direkten Mehrwert einer Neuheit. Um eine Kommunikation so aufzubauen, lohnt es sich, gedanklich auf den «Golden Circle» von Simon Sinek zurückzugreifen und das Warum ins Zentrum zu rücken.

Einfach und verständlich
Im Rahmen der digitalen Transformation hat sich auch die Sprache in der Kommunikation verändert. Sie ist nicht nur technischer geworden, sondern auch die Anzahl Anglizismen und Buzzwords hat zugenommen. Nach wie vor ist es aber wichtiger, dass die Botschaften ankommen und verstanden werden, als dass sie fachkundig und modern klingen. Unternehmen sollten deshalb ihre Sprache bei der Kommunikation möglichst einfach und stringent halten.

Sich auf seine Stärken fokussieren
Viele Unternehmen haben selten bis gar nie eine Ankündigung, welche die oben genannten Anforderung erfüllt. Das ist nicht weiter tragisch. Die digitale Transformation ist eine ganzheitliche Entwicklung und viele Ankündigungen rund um dieses Thema sind mehr Schein als Sein. Nicht jedes Unternehmen muss sich als digitaler Vorreiter positionieren und diejenigen, die es machen, ohne die Anforderungen zu erfüllen, setzen ihre Reputation und das Vertrauen ihrer Kunden aufs Spiel. Am besten fokussieren sich Unternehmen bei der Kommunikation auf ihre Stärken und vermitteln diese glaubwürdig und authentisch.

 

Autor
Lukas Mettler empfiehlt Unternehmen, die Kommunikation über die eigene digitale Transformation kritisch zu hinterfragen.