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19.10.2019 |

Unternehmen – Die Medienhäuser der Zukunft?

Unternehmen reagieren verhalten auf Medienschwund und veränderten Medienkonsum. Sie verpassen die Chance, die Dezentralisierung der Informationsvermittlung aktiv zu gestalten.
Die Digitalisierung, das Internet, die zunehmende Nutzung mobiler Endgeräte, die sozialen Medien – all dies hat das Mediennutzungsverhalten signifikant verändert. Die ökonomische Konsequenz: Medientitel verschwinden und Redaktionen müssen unter hohem Zeitdruck für verschiedene Mediengattungen Inhalte produzieren. Für die Informationssuchenden, sprich Leserinnen und Leser, ist dies kaum bemerkbar. Oder sie weichen auf andere Quellen wie Social Media aus und finden über Suchmaschinen die für sie relevanten Informationen.

Das eigene Unternehmen als Medienhaus
Aus Unternehmenssicht schienen diese Entwicklungen anfänglich als Chance für mehr und einfachere Platzierungen von journalistisch aufbereiteten Inhalten. Ein Trugschluss, denn insgesamt bieten sich weniger Möglichkeiten bzw. man benötigt aufwändig produzierten Content, um den reichweitenstarken Medien gerecht zu werden. Die Unternehmenskommunikation als Ganzes steht daher vor der Herausforderung, glaubwürdige Kanäle zu finden bzw. zu bewirtschaften, um ihre Botschaften abseits von Werbung zu vermitteln.

Die Antwort auf diese Herausforderung erscheint einfach: Corporate Publishing. Der monatliche Newsletter, Kundenzeitschriften, Jahresbericht, Unternehmensblogs oder gar firmeneigene Fernsehsendungen – die Vielfalt der Publikationen lässt Unternehmen selbst zu Medienhäusern werden. Analog den Journalisten sind sie gefordert, permanent relevante Inhalte zu recherchieren, zu produzieren und die entsprechenden Kanäle zu bewirtschaften.

Eine Plattform, die alles zusammenfasst
Natürlich hat nicht jedes Unternehmen die Ressourcen, seine Kommunikation mit einem permanenten Redaktionsteam zu organisieren. Gleichzeitig bedingt die Vielfalt der Inhalte und selbst eine kleinere Anzahl an zu bespielenden Kanälen eine sorgfältige Planung. Hilfreich hierfür sind sogenannte Content Hubs. Diese digitale Zentrale ist das Zuhause aller unternehmenseigenen als auch relevanter externer Inhalte. Ganz im Sinne des Corporate Publishing stehen redaktionelle Informationen im Vordergrund, die möglichst werbefrei auf Fragen, Bedürfnisse und Interessen der Kunden und weiterer Stakeholder eingehen. Neben dieser Kundenorientierung hat ein Content Hub einen gewichtigen weiteren Vorteil: Im Gegensatz zu einer externen Plattform behält das Unternehmen die Informationshoheit und Kontrolle über alle Inhalte.

Der Kunde merkt den Unterschied
Die Notwendigkeit, Inhalte auf unterschiedliche Weise aufzubereiten und über verschiedene Kanäle zu distribuieren, haben Kommunikationsverantwortliche längst erkannt. Was oft fehlt, ist die Sichtweise, dass Unternehmen heute als Medienhaus agieren sollten. Denn mit Corporate Publishing steigern sie trotz aller Informationsflut die Wahrscheinlichkeit, gefunden, gelesen beziehungsweise gesehen und gehört zu werden. Die Kunden und anderen Stakeholder danken die Informationsvermittlung abseits von Werbung mit Klicks, Likes und anderen Interaktionen.

Dieser Blogbeitrag ist die gekürzte Fassung eines Artikels im Magazin persönlich. Lesen Sie den ganzen Artikel hier.

Autor
Patrick Preuss findet, dass Corporate Publishing die bessere Werbung ist.