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15.01.2020 |

Das Zusammenspiel mit der Maschine

Wir haben es in der Hand, die Digitalisierung zu gestalten und für uns zu nutzen. Doch wie verhält es sich mit künstlicher Intelligenz in einer Branche wie der Kommunikation, die so stark von menschlichen Interaktionen geprägt ist? Werden uns Roboter je das Wasser reichen (können)?

Algorithmen, die unser Online-Shopping aufmischen, sprachgesteuerte intelligente Einkaufslisten und Social Bots die Wahlkämpfe beeinflussen – Künstliche Intelligenz (KI) hat schon längst die Forschungslabors verlassen und ihren Platz in unserem Leben gefunden. Was ist aber ihre Rolle in der (Unternehmens-) Kommunikation?

Roboter treffen Entscheidungen
Ein zentrales Teilgebiet der KI ist das maschinelle Lernen, also die künstliche Generierung von Wissen aus Erfahrung. Es ermöglicht Computern eigenständig Probleme zu bearbeiten und so Entscheidungsstrukturen der Menschen nachzubilden.

Der technische Fortschritt trifft auf die Bedürfnisse einer globalisierten Welt: Schnell und effizient muss es sein. Und das bieten die Roboter. Intelligente Systeme ermöglichen zeitnahe Auswertungen von Datenmengen und damit neue Möglichkeiten, mit Zielgruppen zu interagieren. Automatisches Verfassen von Medienmitteilungen, Übersetzungen per Mausklick oder Interaktionen durch Chatbots sind teilweise schon Realität oder als solche gut vorstellbar.

Auch die Herausforderung, Aufgaben, die der Mensch intuitiv löst, – wie zum Beispiel Sprach- oder Gesichtserkennung – durch mathematische Regeln zu formulieren, wird immer erfolgversprechender. So nimmt der Gebrauch von digitalen Sprachassistenten zu. „Mobile First“ war gestern, heute dominiert „Voice First“. 

Das Konsumentenverhalten und die Bedürfnisse wachsen mit den Möglichkeiten. Was von beidem zuerst da war, ist die klassische Huhn/Ei Frage. Eins ist jedoch sicher: KI ebnet uns in der Kommunikation nicht nur den Weg zur Erfüllung dieser Bedürfnisse, sondern öffnet auch ganz neue Türen.

Mittendrin statt nur dabei
Denken wir an neue Plattformen zur Vermittlung von Geschichten, wie virtuelle Townhalls für globale Meetings oder Medienkonferenzen und Newsbeiträge, dank denen man mit Augmented Reality selbst mitten im Geschehen steht. Ein weiteres Beispiel ist die Antizipation von Krisen dank des Trackings von Suchwörtern. Oder die höhere Verlässlichkeit von Quellen und somit Identifikation von Fake News dank smarten Algorithmen.

Künstliche Intelligenz kann bei standardisierbaren Abläufen unterstützen und schafft dadurch mehr Freiraum für strategische und kreative Aufgaben. Gleichzeitig bietet sie Chancen für vielseitigeres Storytelling.

Wo uns Roboter nicht auf Augenhöhe begegnen
Doch vergessen wir bei all der Euphorie eines nicht: in vielen Bereichen können Roboter – zumindest heute und in naher Zukunft – die Komplexität der Aufgabe nicht übernehmen. So bleibt uns Menschen überlassen, zwischen den Zeilen zu lesen und auf das Bauchgefühl zu hören. Es gibt durchaus auch Bereiche, bei denen Menschen gar keine Roboter im Einsatz haben möchten.

Zudem nimmt die Akzeptanz Robotern gegenüber ab, wenn sie uns zu ähnlich werden. Ein Phänomen, dass die Forschung das „unheimliche Tal“ nennt und zum Beispiel in animierten Filmen beobachtet werden kann.

Schlussendlich bleibt der Mensch Mensch und beim Zusammenspiel mit der Maschine geht es weniger um ersetzen, als um ergänzen. Und vielleicht ist es genau die Künstliche Intelligenz, die uns zurück zum Ursprung und Sinn unserer Arbeit bringt: Themen und Menschen verknüpfen, hinter die Kulissen schauen, Vertrauen schaffen und zwischenmenschlich agieren.

Autorin
Daria Tamagni ist gespannt, ob in Zukunft ein Roboter diesen Blogbeitrag schreiben wird.