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06.09.2021 |

Let’s talk about Hashtags 

Wikipedia sagt: Ein Hashtag ist ein mit Doppelkreuz versehenes Schlagwort, das dazu dient, Nachrichten mit bestimmten Inhalten oder zu bestimmten Themen in sozialen Netzwerken auffindbar zu machen. Das Doppelkreuz – oder eben den «Hash» ohne den «Tag» – hat aber auch andere Aufgaben. Ich begebe mich auf Spurensuche.

Was der Gartenhag in der Schweiz, ist auch das Doppelkreuz, die Raute, das Schweinegatter oder das Lattenkreuz. Die unterschiedlichen Bezeichnungen für den Hash sind fast grenzenlos und länderspezifisch total unterschiedlich. In den USA und in Kanada wird das Zeichen auch als «number sign» verwendet, also bei Nummerierungen, wobei es der Zahl vorangestellt wird. Das machen wir hierzulande ja eher weniger.

Der Hash in der Musik

Wer früher einmal Blockflöte gelernt hat kennt es. Und natürlich auch allen anderen, die sich musikalisch gebildet haben oder das weiterhin tun, ist es ein Begriff: Das Doppelkreuz. Obwohl es leicht anders aussieht als der klassische Hash, ist es doch sehr stark damit verwandt. Es macht ganze Töne zu Halben, wenn es direkt bei der gezeichneten Note steht. Also ein «F» zum «Fis» oder ein «G» zum «Gis». Stehen diese Kreuze am Zeilenanfang, also direkt beim Notenschlüssel, gelten die Halbtöne für das ganze musikalische Werk (jedenfalls, bis sie wieder aufgelöst werden). Die Anzahl Doppelkreuze beim Notenschlüssel zeigen zudem an, in welcher «Dur», also in welchem Tongeschlecht, das Musikstück geschrieben wurde («G-Dur», «D-Dur», etc.). Es gibt in der Notenschrift auch noch das «b». Das macht etwas ähnliches, worauf wir hier aber nicht näher eingehen wollen.

Der Hash beim Programmieren

Auch in den Bereichen Informatik und IT ist die Raute wichtiger Bestandteil der Programmiersprachen. So dient sie unter anderem als Kennzeichen für Kommentare, wird vor Farbangaben gestellt oder führt, wenn man es in der Suchleiste eingibt, in vielen Verzeichnissen zurück zur Hauptseite (wer hats gewusst?). Es wird also deutlich, dass das vielfach verwendete Zeichen nicht nur in der Musik sondern auch im Bereich der IT wichtige Aufgaben übernimmt und die jeweilige «Fachsprache» vereinfacht. Es dient in allen Fällen zur Orientierung. Was ja auch bei den Hashs wie wir sie heute im Internet verwenden der Fall ist, wenn wir sie mit den entscheidenden Schlagworten kombinieren.

Der Hash in der Antike

Der Ursprung des Raute-Zeichens geht bis in die römische Antike zurück. Seine ursprüngliche Version bezeichnete man damals als «libra pondo», was übersetzt in etwa «ein Pfund Gewicht» bedeutet. Noch heute ist diese Bezeichnung im Englischen zu finden, wo das Doppelkreuz oft noch als Pound-Symbol bezeichnet wird. Im Mittelalter dann wurden die Worte «libra pondo» durch ein kleines l und ein kleines p ersetzt und mit einem kleinen waagrechten Strich versehen. Der Strich war damals bei Abkürzungen Usus. Man sagt sich, dass durch den häufigen Gebrauch in Geschäftsbüchern und verwandten Dokumenten nach und nach eine gewisse Nachlässigkeit Einzug hielt, was die saubere Ausführung dieser Abkürzung betrifft. Damit verschmolzen die beiden kleinen Buchstaben und der Strich zu einem kleinen Kreuz, dem Doppelkreuz, und der Hash war geboren.

Der Hash(tag) heute

Der Hashtag, also die Kombination aus dem Doppelkreuz und einem Stichwort, wurde am 23. August 2007 geboren. Das war mehr oder weniger ein Jahr nachdem Twitter das Licht der Welt erblickt hat. Damit startete die Erfolgsstory der Symbol-Wort-Kombination zum einfacheren Verlinken und Auffinden von Suchbegriffen im Internet. Twitter ist also schuld daran. Andere Social Media Kanäle, wie zum Beispiel Google+ (2011) oder Facebook (2013), sprangen erst Jahre später auf den Erfolgszug auf und begannen damit, die Hashtag-Systematik auch ihren Usern zur Verfügung zu stellen. Heute sind diese Tags kaum mehr aus den sozialen Medien wegzudenken.

Der Hashtag #JeSuisCharlie ist ein gutes, wenn auch gleichzeitig ein tragisches Beispiel eines erfolgreichen Hashtags: Der Hashtag, der aufgrund der Attentate auf die französische Satirezeitschrift Charlie Hebdo aus Solidarität rund um den Globus ging, wurde damals insgesamt fast sieben (7!) Millionen Mal verwendet, um Posts entsprechend zu markieren. Das ist eine beeindruckende Zahl, die für darauffolgende Solidaritäts-Hashtags (#WeAreOrlando, #WeAreParis, etc.) nach wie vor als Vorbild gilt. Hash ist übrigens auch ein Vor- und Nachname, wobei die Nutzung als Vorname eher selten der Fall ist. Weshalb jemand sein Kind «Hash» tauft, wäre ebenfalls eine gute Frage. Das ist aber eine andere Geschichte.

Meine drei aktuellen Lieblings-Hashtags
#newwork #digitalisierung #EheFuerAlle

Autor
Bernhard Kobel taucht gerne tief in die unterschiedlichsten Themen ein – dazu gehört auch die Welt der Digitalisierung. Welches wohl das nächste sein wird?