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22.02.2022 |

Mit Zahlen Texten

Zahlen machen unsere Welt greifbar. Sie zeigen Entwicklungen auf, verdeutlichen Abhängigkeiten oder weisen auf Probleme hin. Richtig eingesetzt, bereichern sie das Storytelling.

Texte mit Zahlen sind spannender. Einerseits weil sie zusätzliches Wissen vermitteln. Andererseits lösen sie je nach Situation positive wie auch negative Emotionen aus. So können Ziffern überraschen, eine Aussage untermauern oder Neugierde wecken. Wussten Sie etwa, dass deutsche Muttersprachler:innen laut Duden passiv mindestens 50’000 Wörter verstehen? Und das mit nur 26 Buchstaben.

Ob Sie nun die Wahl haben, Zahlen zu kommunizieren oder der Inhalt dies verlangt, lohnt es sich, einige Punkte zu beachten.

Zurückhaltung üben
Nur wenige Menschen können sich viele Zahlen auf einmal merken. Darum ist es besser, wenn Ziffern sparsam verwendet werden. Am besten beschränken Sie sich auf die drei wichtigsten.

Ungenauigkeit für einmal gewünscht
Runden Sie Zahlen auf oder ab – insbesondere, wenn diese sehr gross sind. Der Detailgrad ist bei grossen Zahlen oftmals weniger entscheidend. Ein Beispiel ist die Einwohnerzahl der Stadt Zürich: Aus «436 332» wird «knapp 440’000». Gerundete Ziffern verringern die Komplexität und sind damit einfacher verständlich. Ausnahmen gelten selbstverständlich für technische Angaben oder Geschäftszahlen.

Form ist entscheidend
Ob ein Viertel, 25 Prozent oder jeder Vierte – wie man Nummern kommuniziert macht einen Unterschied. Je nach Kontext und Aussage gilt abzuwägen, welche Form am passendsten ist und was diese beim Zielpublikum auslöst. So ist etwa die Aussage, dass sich jeder zehnte Brite aufgrund der drohenden Teuerung der Strompreise nicht mehr ständig Essen und Heizung leisten kann, emotionaler, als wenn von zehn Prozent gesprochen würde.

Vergleiche herbeiziehen
Nackte Zahlen sind nicht immer verständlich. Machen Sie einen Vergleich, damit die Zahl fassbarer wird. Dabei gibt es mehr als nur Fussballfelder und Elefanten. Zielgruppenspezifische Beispiele eigenen sich besonders gut. Vergleichen Sie als Stromproduzent beispielsweise die Fläche der neuen Solaranlage mit der durchschnittlichen Grösse eines Wohnzimmers, wenn Sie mit einer breiten Öffentlichkeit kommunizieren. Intern könnte der Hauptsitz oder die Fläche einer Staumauer als Pendant dienen.

Was heisst das jetzt?
Zahlen benötigen einen Kontext und bedürfen oftmals einer Erklärung. Ordnen Sie die Ziffern ein, damit Ihr Publikum etwas damit anfangen kann. Beispielsweise indem die Entwicklung über die letzten Jahre aufgezeigt wird. Sind Daten mit geschicktem Storytelling verknüpft, werden diese besser verstanden und bleiben eher haften.

Sind Aussagen in einem Text mit Zahlen – beispielsweise aus Studien – belegt, steigt die Glaubwürdigkeit der Inhalte, da diese weniger oft hinterfragt werden. Das bedeutet aber, dass Zahlen sorgfältig verwendet werden sollten. Auch als Leser:in ist eine gesunde Portion Skepsis angebracht. Das Buch Factfulness von Hans Rosling hilft, Daten zu interpretieren und zeigt, welche Vergleiche wir kritisch hinterfragen sollten.

Autorin

Evelyn Reusser ist Fan von Zahlen in Texten. Aber nur, wenn diese stimmig sind und nicht aus dem Kontext gerissen werden. Dann bereichern sie nicht nur das Storytelling, sondern liefern zudem eine gute Basis für den nächsten Smalltalk.